Die Tschechische Republik gehört wieder zu den zehn attraktivsten Ländern der Welt für Investoren
11.6.2008 | CzechInvest, Ernst & Young | In der Bewertung der Attraktivität für direkte ausländische Investitionen verdrängte China Westeuropa vom führenden Platz, die Realität sieht jedoch weiterhin anders aus
Laut einer Untersuchung von Ernst & Young hielt sich die Tschechische Republik unter den zehn attraktivsten Ländern der Welt für direkte ausländische Investitionen. Diesmal belegte sie den neunten Rang. Als attraktivste Destination für direkte ausländische Investitionen führt China, das Ost- und Westeuropa hinter sich ließ. Beim Blick auf die tatsächliche Ausrichtung ausländischer Investitionen im letzten Jahr ist jedoch offensichtlich, dass Europa zusammen mit den USA weiterhin zu den Hauptempfängern gehört.
Die fünfte Untersuchung der Attraktivität von Europa Offene Welt bietet die Meinungen von 834 internationalen Autoritäten und Angaben über Investitionen, die im Jahr 2007 realisiert wurden.
Attraktivität
Im Jahr 2008 verlor Europa zum ersten Mal seine historische und ausschließlich Führung in der Bewertung der Attraktivität, wodurch verschiedene Regionen der Welt aus der Sicht von Investitionen gleichwertiger wurden. Nach China mit 47 % folgen Indien (30 %) und Russland (21 %). Die Vereinigten Staaten sanken um zwei Plätze auf den vierten Platz. „Die neuen Regionen, Länder und Gebiete sind darauf vorbereitet, auf einem ausgeglichen Spielfeld mit den traditionellen und fest eingeführten Gebieten mit hochentwickelter Wirtschaft zu konkurrieren,“ bemerkt Richard Singer, der Marketingdirektor von Ernst & Young, zu dieser beachtenswerten Verschiebung.
Die Tschechische Republik, die 5 % der Befragten als die beste Destination für direkte ausländische Investitionen bezeichneten, ist auf dem 9. Platz, wodurch sie die vorjährige Position beibehielt, den sie sich den 9. und 10. Rang mit Brasilien teilte. Tschechien gehört gleichfalls zu den zehn attraktivsten Ländern für Zentren administrativ/buchhalterisch unterstützender Tätigkeit und für Produktionswerke. „Von allen mitteleuropäischen Staaten hielten sich nur die Tschechische Republik und Polen unter den zehn attraktivsten Ländern für direkte ausländische Investitionen. Im Bereich der Attraktivität für Produktionswerke fiel die Tschechische Republik um einige Plätze zurück, was aber nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muss,“ sagt Singer und fügt hinzu: „53 % der Befragten der Untersuchung nennen Europa als bevorzugte Lokalität für administrative und unterstützende Funktionen. Nichtsdestotrotz hat sich der Vorsprung bei der Attraktivität, den Europa seit Beginn unserer Untersuchung im Jahr 2004 hielt, verringert.“
Von den 385 Befragten, die planen, eine Investition zu platzieren oder in Europa zu expandieren, fokussieren 7 % auf die Tschechische Republik, was sie auf den 10. respektive 11. Platz mit Italien einreiht. Wie im letzten Jahr erwägen die Investoren die Tschechische Republik jedoch nicht primär als Sitz für die Unternehmensleitung und für die Forschung und Entwicklung.
Das „Wie” zu investieren, ist für die Investoren, die die Möglichkeiten nachhaltiger Lokalitäten erwägen, wichtiger als das „Wie viel“. Die Befragten schenken der politischen und rechtlichen Stabilität (54 %) und der Telekommunikationsinfrastruktur (51 %) größere Aufmerksamkeit als den Lohnkosten (47 %).
In den Antworten der Teilnehmer der Untersuchung, auf die Frage, wie man Europa attraktiver machen kann, herrschte die Kombination von größerer Flexibilität auf den europäischen Arbeitsmärkten (42 %) mit einer Vereinfachung der Vorschriften (39 %) vor. „DieInvestoren rufen ebenfalls nach Innovationen im Bereich der Ausbildung und in der Lieferanten-Abnehmer-Kette. Außer der Vereinigung von entwickelter Technologie und Forschung und Entwicklung fordern sie die Innovation hochleistungsstarker Kommunikationskanäle (48 %), kreativer Ausbildung (34 %) und der Lieferanten-Abnehmer-Ketten (27 %), was ihnen ermöglicht, in den entwickelten Ökonomien zu prosperieren,“ erklärt Singer.
Realität direkter ausländischer Investitionen
Die Ansichten hinsichtlich der Attraktivität von Ländern von Seiten der Investoren entsprechen jedoch nicht ganz der Realität der Investitionsflüsse. Trotz dem Rückgang der Attraktivität und der Unruhe, die durch die Krise auf dem Hypothekenmarkt hervorgerufen wurde, führen die Vereinigten Staaten die Tabelle der Destinationen für direkte ausländische Investitionen mit 12,5 % an. Obwohl 47 % der Beteiligten der Untersuchung China als die attraktivste Investordestination ansehen, zieht China laut den Angaben der Kommission der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) bisher weniger als 5 % des globalen Zuflusses direkter ausländischer Investitionen an. Obwohl nur 33 % der Befragten Westeuropa als interessantesten Ort für das Investieren wählten, strömen weiterhin 37 % der weltweiten direkten ausländischen Investitionen in diese Region.
„Die Ergebnisse der Untersuchung kopieren unsere Erfahrungen – es sinkt die Anzahl der Investitionen in die Produktion, und demgegenüber sind wir weiterhin ein attraktiveres Land für Dienstleistungen, wie es die Forschung und Entwicklung neuer Technologien, das Programmieren von Software oder die Gewährung anspruchsvoller Dienstleistungen in der Form von Hi-Tech-Reparaturzentren sind,“sagt Alexandra Rudyšarová, die mit der Leitung der Agentur CzechInvest beauftragt ist. „Ermutigend dabei ist, dass sich die Entwicklung der ausländischen Investitionen in derTschechischen Republik immer mehr der Situation in den alten Mitgliedsländern der Europäischen Union annähert. Die Länder, wie China oder Indien, sind für Investoren insbesondere dank dem Vorrat relativ billiger Beschäftigter attraktiv, was jedoch nicht das einzige Entscheidungskriterium ist. Die guten Ergebnisse von Europa beruhen auch darauf, dass der alte Kontinent den meisten Investoren bei der näheren Beurteilung, wohin sie eine neue Investition platzieren, eine größere kulturelle, politische und rechtliche Nähe bietet,“ fügt Rudyšarová hinzu.
Schlüsselergebnisse für die Tschechische Republik – Vergleich im Rahmen von Europa
- In der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze besetzte die Tschechische Republik in Europa im Jahr 2007 den dritten Platz, wodurch sie sich um einen Rang nach oben verschob, und das trotz einem 14-prozentigen Rückgang an Stellen, die durch direkte ausländische Investitionen geschaffen wurden. Dieser geht aus der gesamten Verlangsamung der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten hervor. Trotzdem hat Tschechien weiterhin ausgeglichene Ergebnisse (es wurde die Schaffung von 15 102 Stellen im Vergleich zu 17 569 im Jahr 2006 bekannt gegeben).
- In der Anzahl der platzierten ausländischen Investitionsprojekte im Jahr 2007 fiel die Tschechische Republik um drei Ränge auf den 12. Platz ab. Auch wenn die europäischen Investoren dieses Land weiterhin als attraktive Destination ansehen, sank die Anzahl der Projekte um 27 %.
- Der Rückgang der geschaffenen Arbeitsplätze ist insbesondere im Dienstleistungssektor ersichtlich, wo es zu einem Einbruch von 68 % im Vergleich zu 2,5 % Abnahme im Industriesektor kam.
Schlüsselergebnisse für Europa
- Trotz der Entwicklung neuer Märkte mit globalem Wachstum, schöpft Europa aus dem festen Vertrauen seiner Klienten. Dieser Bereich verzeichnete im Zufluss globaler direkter ausländischer Investitionen ein Rekordjahr und ein Wachstum von 5 % in der Anzahl von Investitionsprojekten (3 712 im Jahr 2007 gegenüber 3 531 des vorhergehenden Jahrs) – jedoch ändert sich der Charakter dieser Projekte.
- Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Zusammenhang mit den direkten ausländischen Investitionen in Europa sank um 18 %. Darüber hinaus kollabieren die Industrieinvestitionen in Westeuropa: Im Jahr 2007 wurde hier im Vergleich zum vorigen Jahr weniger als die Hälfte der Stellen in der Industrie geschaffen. Gegenüber dem Rekord von 214 987 Stellen, die im Jahr 2006 geschaffen wurden, wurden im Jahr 2007 176 551 von ihnen geschaffen.
- Die Europäischen Gesellschaften sind die größte selbständige Quelle direkter ausländischer Investitionen – insbesondere für Mittel- und Osteuropa.
Über die Untersuchung
Die Untersuchung der Attraktivität von Europa für direkte ausländische Investitionen, die die Gesellschaft Ernst & Young bereits zum fünften Mal durchführte, beruht auf der ursprünglichen Methodologie zweier Informationsquellen, welche die folgenden beiden Faktoren berücksichtigen:
1. Das Verständnis der Attraktivität von Europa und seiner Konkurrenten durch ausländische Investoren, das aus den Meinungen des repräsentativen Paneels von 834 internationaler Autoritäten hervorgeht. Diese Spitzenmanager wurden im Februar und März 2008 vom Institut CSA, der Untersuchungsorganisation, angesprochen. Die Attraktivität einer Lokalität ist die Kombination des Images, des Investorvertrauens und der Wahrnehmung des betreffenden Landes oder Gebiets als fähig, die besten Vorteile für direkte ausländische Investitionen aus der Sicht der Konkurrenz zu gewähren.
2. Die „tatsächliche“ Attraktivität von Europa für ausländische Investoren – Realität direkter ausländischer Investitionen, die aus den Angaben der Datenbasis European Investment Monitor (EIM) hervorgeht, die von der Gesellschaft Ernst & Young begründet wurde. Diese Datenbasis verfolgt Investitionsprojekte, deren Ergebnis neu errichtete Anlagen und/oder die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind. Der Ausschluss von Portfolioinvestitionen, Fusionen und Akquisitionen stellt die Investitionssituation in den Produktionsbetrieben oder in den Dienstleistungen, die von ausländischen Gesellschaften auf dem ganzen Kontinent angeboten werden, dar.
Informationen über Ernst & Young
Ernst & Young gehört zu den bedeutendsten internationalen Firmen, die Fachberatungsdienstleistungen im Bereich Wirtschaftsprüfung und Steuer-, Transaktions- und Unternehmensberatung anbieten. Unsere Experten, von denen weltweit 130 Tausend tätig sind, erkennen die gleichen Werte an, und der maximale Wert, der auf die Qualität der angebotenen Dienstleistungen gelegt wird, verbindet sie. Wir helfen unseren Beschäftigten, Klienten und einer größeren Gemeinschaft, ihr Potential geltend zu machen. Darin besteht unser Hauptvorzug.
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