Telekommunikation

Am 1. Mai 2005 trat das neue Gesetz über elektronische Kommunikation in Kraft, durch welches die Tschechische Republik den Regelungsrahmen der Europäischen Union vom Jahr 2002 implementierte. Die Branche der elektronischen Kommunikation wurde in der Tschechischen Republik voll liberalisiert (mit übertragbaren Nummern seit dem 1. Januar 2006). Jede natürliche oder juristische Person, welche die gesetzlichen Bedingungen erfüllt, kann auf den Markt eintreten und Dienstleistungen auf dem Gebiet der elektronischen Kommunikation anbieten oder ein öffentliches Telefonnetzwerk betreiben.

Auf dem Gebiet der elektronischen Kommunikation bestehen keine Exklusivrechte und der Wettbewerb entspricht dem in der Europäischen Union.

Der tschechische Telekommunikationsmarkt - einer der am meisten entwickelten und liberalisierten in Mittel- und Osteuropa - ist charakteristisch durch den Anstieg der Nachfrage nach Daten, Internet und weiteren Dienstleistungen zu Ungunsten von Sprachübertragung.

Der Telekommunikationsmarkt in der Tschechischen Republik erreichte ein Volumen von 118,5 Mrd. CZK (dies Entspricht 4,3% des BIP der Tschechischen Republik, wobei der Markt der Festanschlüsse 1,8% und der Markt der mobilen Technologien 2,5% darstellt).

Die Zahl der Kunden mobiler Netzwerke steigt ständig an, jedoch mit geringerem Tempo als in den vorherigen Jahren. Im Jahr 2004 überschritt die Zahl der Nutzer von öffentlichen mobilen Netzwerken in der Tschechischen Republik 100%. Im Vergleich zu EU-Mitgliedsländern ist die Zahl der Nutzer mobiler Netzwerke in der Tschechischen Republik überdurchschnittlich.

Hinsichtlich der Entwicklung und der praktischen Anwendung von Informationstechnologien in der Tschechischen Republik gibt es einen markanten Unterschied zwischen Unternehmen und Haushalten. Die Nutzung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien durch Haushalte lag bis jetzt unter dem Durchschnitt der Europäischen Union, obwohl diese infolge der Entwicklung in den vergangenen Jahren erheblich beschleunigt wurde.

Unternehmen erreichten hingegen vergleichbare und sogar höhere Durchschnittswerte. Im Vergleich mit Ländern Mittel- und Osteuropas ist die Tschechische Republik eines der am besten ausgestatteten Länder für den Zugang zu elektronischen Informations- und Kommunikationsdienstleistungen.

Ausschließlich private Unternehmen sind in der Branche der elektronischen Kommunikation tätig. Die letzte Ausnahme war ČESKÝ TELECOM, a. s., an der der Staat eine Beteiligung von 51% hatte. Die Privatisierung wurde im April 2005 vollendet, den Majoritätsanteil erwarb das spanische Unternehmen Telefónica S.A.

Anbieter auf dem Markt der Festanschlüsse in CZ, 2004

Die drei größten Mobilfunkanbieter auf dem tschechischen Markt sind:

  • Eurotel (Telefónica S.A.), 4,42 Mio. Kunden im 2. Quartal 2005
  • T-Mobile, 4,463 Mio. Kunden im 2. Quartal 2005
  • Oscar (Vodafone), 2 Mio. Kunden im 2. Quartal 2005

Hochgeschwindigkeits-Internetanschluss

Die Zahl der Nutzer von Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüssen ist schnell und andauernd wachsend, die Preise für das Hochgeschwindigkeitsinternet sinken. Zum 1. Juli 2005 gab es etwa 607 000 Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse (unterschiedliche Technologien), welche eine Dichte von 5,9% darstellen. Dienstleistungen über metallische Telefonkabel und ADSL werden relativ intensiv durch alternative Zugangstechnologien begleitet, wie Kabel-TV via Modem oder feste Funkanschlüsse. Es kommen auch erste Zugangstechnologien via Stromverteilungsnetz, optische Fasern (FTTx) oder auch Satelliten-Breitband vor. Derzeitig bieten mehrere Dutzend Anbieter Hochgeschwindigkeits-Internetanschlüsse an. Die Rückradnetzwerke bestehen überwiegend aus neuen optischen Faserkabeln.

Hochgeschwindigkeits-Internetzugang in der Tschechischen Republik zum 1 Juli 2005
(Zahl der Anschlüsse, in Tsd.)

 

 

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